Nikotinpräparate

Nikotin ist die suchterzeugende Substanz in der Zigarette. Es gelangt innerhalb von sieben Sekunden direkt in das sogenannte Belohnungszentrum im Gehirn und vermittelt dort über bestimmte Empfängerstellen sowohl anregende als auch beruhigende Wirkungen. Von Rauchern und Raucherinnen wird dies häufig als eine Art „Kick“ beschrieben.

Das Problem dabei ist, dass sich unser Körper bereits nach einigen gerauchten Zigaretten an den Stoff gewöhnt – man spricht in diesem Zusammenhang von Toleranzentwicklung: Die Wirkung des Nikotins wird immer weniger stark wahrgenommen – Sie müssen die Dosis steigern, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Wenn nun kein Nikotin mehr zugeführt wird, reagieren die Empfängerstellen „gereizt“ – diese Reaktionen werden als Entzugserscheinungen wahrgenommen.

Zur Minderung dieser Entzugserscheinungen kann das Nikotin aus der Zigarette vorübergehend durch medikamentöses Nikotin ersetzt werden.Wie wissenschaftliche Studien zeigen, kann die Therapie mit Nikotinpräparaten die Erfolgschancen von entwöhnungswilligen Raucherinnen und Raucher nahezu verdoppeln!

Nikotinpräparate dienen als vorübergehende Unterstützung zur Tabakentwöhnung, sollen aber nicht zum langfristigen Ersatz für Zigaretten werden. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist gering, da das medizinische Nikotin der Nikotinpräparate vom Körper langsamer aufgenommen wird als der Suchtstoff der Zigarette. Nikotinpräparate sind im Unterschied zur Zigarette nicht darauf ausgelegt, Abhängigkeit zu erzeugen. Weiters sind Nikotinpräparate im Vergleich zu Zigaretten frei von sämtlichen Schadstoffen wie beispielsweise Teer oder Kohlenmonoxid.

Die Durchführung der Nikotinersatztherapie ist einfach und bei sachgemäßer Anwendung für Raucher/innen ungefährlich. Nichtraucher/innen sollten Nikotinersatz nicht benutzen.

Wegen eventueller Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen sollten Sie die Packungsbeilage sorgfältig durchlesen – für offene Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin!

Nikotinkaugummi

Nikotininhalator

Nikotinlutschtablette

Nikotinpflaster

Nikotinspray

Nikotinsublingualtablette

Nikotinnasalspray

 

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Manche der Entzugserscheinungen werden von Raucherinnen und Rauchern als „Nebenwirkungen“ erlebt. Bei korrekter Anwendung von Nikotinersatztherapien sind für Raucher/innen, die an den Effekt von Nikotin aus der Zigarette gewöhnt sind, kaum Nebenwirkungen zu erwarten.

Bei Nikotinkaugummis und Nikotinlutschtabletten kann es zu vermehrtem Speichelfluss, Schluckauf, Sodbrennen oder Magenschmerzen kommen. Das Nikotinpflaster kann an der Stelle, an der es angebracht wird, allergische Hautreaktionen hervorrufen.

Kombination von zwei Präparaten

Für manche Raucher/innen reicht die Anwendung nur eines Nikotinersatzpräparates nicht aus, vor allem bei einer starken Tabakabhängigkeit (mehr als 6 Punkte beim Fagerström-Test und über 30 Zigaretten pro Tag). In diesen Fällen kann für acht bis zwölf Wochen das Nikotinpflaster angewendet werden und zusätzlich ein rasch wirksames Präparat (z.B. Nikotinkaugummi, Microtabs oder Nikotinlutschtablette), das innerhalb von vier bis sechs Wochen ausgeschlichen werden sollte.

Wenn Sie eine solche kombinierte Behandlung in Betracht ziehen, sollten Sie dies ärztlich abklären.