Psyche

Neben der körperlichen gibt es auch die psychische Abhängigkeit von der Zigarette. Das durch den Zigarettenrauch inhalierte Nikotin gelangt innerhalb von sieben Sekunden direkt in das Belohnungszentrums des Gehirns und bewirkt dort das von Raucherinnen und Rauchern häufig als eine Art „Kick“ beschriebene angenehme Wohlgefühl.

Nikotin hat ein sogenanntes bivalentes Wirkungsspektrum, das heißt, dass es je nach Dosierung entweder entspannend oder aktivierend wirken kann.

Effekte des Nikotins durch den Einfluss auf die Botenstoffe im Gehirn sind unter anderem:

  • Wachheit
  • verringertes Hungergefühl
  • Nachlassen von Anspannung und Angst
  • antidepressive Wirkung
  • oder die Steigerung kognitiver Funktionen

Die Schnelligkeit, mit der das Nikotin beim Rauchen im Gehirn ist, bedeutet gleichzeitig, dass es ein sehr hohes Suchtpotential in sich birgt. Das beschriebene Wohlgefühl wird im Laufe der Zeit an die verschiedenen Rauch-Situationen (z.B. Kaffee trinken, eine Wartesituation überbrücken) gekoppelt und auf diese Weise Auslösereize für den Griff zur Zigarette angelernt. Es entsteht ein komplexes Zusammenspiel zwischen auslösenden Situationen, den Symptomen der körperlichen und psychischen Abhängigkeit und dem Rauchen.

Nikotin hat eine antidepressive, stimmungsaufhellende Wirkung. So kann es sein, dass Raucher/innen mit einer depressiven Erkrankung mithilfe der Zigarette ihre Depression quasi „überlagern“. Bei einem Rauchstopp kann die depressive Symptomatik dann möglicherweise zum Vorschein kommen. Wenn im Zuge des Rauchstopps depressive Symptome auftreten, sollte unbedingt eine Ärztin/ein Arzt konsultiert werden.

Da Nikotin den Stoffwechsel beschleunigt, kann es sein, dass nach dem Rauchstopp mit der Normalisierung des Stoffwechsels auch Medikamente anders vom Körper aufgenommen werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, ob die medikamentöse Einstellung noch passend ist oder angepasst werden sollte.