Inhaltsstoffe

Im Tabakrauch wurden bisher mehrere tausend Substanzen gefunden und davon mehrere hundert chemisch identifiziert. Neben Nikotin und Kohlenmonoxid enthält Zigarettenrauch eine Vielzahl krebserregender Stoffe, etwa 24 verschiedene Metalle (u.a. Cadmium) und Freie Radikale.

Nikotin

Nikotin ist der Hauptwirkstoff im Zigarettenrauch und die Substanz, die süchtig macht. Das Nikotin gelangt innerhalb von sieben Sekunden in das Gehirn, wo es sich an die so genannten Nikotinrezeptoren bindet. Durch seine chemische Struktur wirkt es wie ein natürlicher Botenstoff in den Nervenzellen und kann im Gehirn Entspannung, Glücksgefühle sowie Aufgeregtheit erzeugen. Von diesen erlebten positiven Effekten geht die hohe Suchtgefahr des Nikotins aus.

Durch weiteren Tabakkonsum wird die körperliche Toleranz gegenüber Nikotin gesteigert und es kommt zur Gewöhnung. Gleichzeitig stimuliert Nikotin einen Bereich im Gehirn, der für Lernvorgänge verantwortlich ist. Der Gewöhnungsprozess wird somit durch die Verbindung von Rauchen und bestimmten Verhaltensweisen (z.B. Rauchen zum Kaffee, Rauchen nach dem Essen, Rauchen in Stresssituationen) gesteigert bzw. gefestigt. Im weiteren Verlauf entsteht eine vergleichbare psychische Abhängigkeit wie z.B. bei Heroin oder Kokain.

Viele Raucher/innen sind sich einig, dass Rauchen „wach“ macht (v.a. die erste Zigarette am Morgen) und entspannt, besonders in Stresssituationen. Andere wiederum haben das Gefühl, dass die Zigarette ihre Stimmung verbessert und die Konzentration steigert. Abhängig von der Ausgangslage kann Nikotin stimulierend oder beruhigend wirken.

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid ist ein unsichtbares, geruchloses, sehr giftiges Gas, das bei der Verbrennung des Tabaks entsteht. Durch den Rauch wird es über die Lunge ins Blut aufgenommen. Dort blockiert es den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Folge ist eine Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Das Kohlenmonoxid wird in direkten Zusammenhang mit der erhöhten Erkrankungsrate von degenerativen Gefäßerkrankungen wie z.B. Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Raucherinnen und Rauchern gebracht.

Krebserregende Substanzen

Tabakrauch ist ein Gemisch aus Tausenden von Substanzen, darunter 90 Stoffe, die nachgewiesenermaßen Krebs erzeugen (Kanzerogene) oder die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Es ist daher oft schwer zu erkennnen, welche davon für die Krebserkrankungen durch Rauchen verantwortlich sind. Große Bedeutung kommen jedoch den N – Nitrosaminen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (u.a. Benzo[a]pyren), Polonium-210 und Benzol zu.

Mehr dazu: Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Krebserregende Substanzen im Tabakrauch, Heidelberg, 2009

Cadmium

Das Element Cadmium ist ein besonders gefährlicher Schadstoff, da es vom Körper sehr langsam ausgeschieden wird. Die tägliche Aufnahmemenge ist zwar gering, jedoch reichert sich mit der Zeit so viel Cadmium im Körper an, dass eventuell organschädliche Konzentrationen erreicht werden können.

Tabakpflanzen sind Cadmiumsammler und Zigarettenrauchen ist daher eine selbst gewählte (zusätzliche) Quelle für das Gift. Daraus resultiert, dass die Cadmium-Belastung einer Raucherin bzw. eines Rauchers doppelt so hoch ist wie die einer Nichtraucherin bzw. eines Nichtrauchers.

 Freie Radikale

Wie alle Verbrennungsprodukte enthält auch Zigarettenrauch Freie Radikale. Sie schädigen die Atemorgane und sind ursächlich an der Entwicklung von Arteriosklerose beteiligt. Freie Radikale sind umso gefährlicher für Raucher/innen, da ihr natürlicher Schutz vor ihnen zusätzlich vermindert ist.

Mehr dazu: Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Tabakindustriedokumente I – Chemische Veränderungen an Zigaretten und Tabakabhängigkeit, Heidelberg, 2005