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Von: Das RauchfreiTelefon | 24. August 2020 | Gesundheit und Rauchstopp, Literatur und Hintergrundwissen, Rauchfreies Leben

Kiffen und Rauchstopp

Wie gelingt der Entzug bei doppelter Abhängigkeit?

In der Beratung zum Rauchstopp am Telefon kommt immer wieder auch das Thema „Kiffen“ auf.  Denn neben herkömmlichen Zigaretten, konsumieren einige Anrufer/innen auch Cannabis. Die Mischung Tabak-Cannabis ist nicht nur bei jungen Leuten beliebt, sie wird auch von nicht mehr ganz jugendlichen Personen zur Entspannung, für kreative Prozesse oder am Feierabend konsumiert.

Viele Tabak- und Cannabiskonsumenten wollen mit dem Rauchen aufhören, jedoch weiterhin „kiffen“. Hintergrund ist, dass die Schädlichkeit des Rauchens weitläufig bekannt ist, und daher der Wunsch nach dem Rauchstopp besteht. Cannabis wird häufig immer noch als natürliche Substanz und somit als „gesünder“ und weniger schädlich wahrgenommen. Auch hält sich die Meinung hartnäckig, dass Cannabis weniger süchtig macht als Tabak.

Egal ob der Einstieg ins Rauchen mit Tabak oder Cannabis erfolgt: Wer Cannabis konsumiert und gleichzeitig Tabak raucht, entwickelt erfahrungsgemäß eine stärkere Abhängigkeit. Dafür mitverantwortlich sind die Beimischung von nikotinhaltigem Tabak sowie die Art des Konsums: sowohl Cannabis als auch Tabak werden in der Regel geraucht. Durch die ähnliche Art des Konsums werden die gleichen Verhaltensweisen verstärkt. Das macht einen Ausstieg vom Rauchen umso schwieriger.

Regelmäßiges Kiffen macht nicht nur abhängig, sondern wirkt sich auch auf die Gesundheit aus: Neben negativen Auswirkungen auf Gedächtnisleistung und Konzentration, können in Folge eines längeren Konsums auch Migräne, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angstzustände) auftreten. Es gibt also auch hier gute Gründe, aufzuhören.

Fakt ist: Der Tabakentzug ist bei doppelter Abhängigkeit bzw. weiterem Cannabis Konsum meist schwieriger. Denn der Konsum von Joints mit Tabak nach dem Rauchstopp hält das typische Rauchverhalten und die Nikotinabhängigkeit aufrecht. Kiffen kann also den Ausstieg aus der chronischen Tabakabhängigkeit erschweren und sogar zum Rückfall ins regelmäßige Zigarettenrauchen führen.

Ähnlich wie bei Alkohol- und Tabakabhängigkeit war man lange der Meinung, dass es besser ist, zuerst eine Substanz abzusetzen und dann die andere. Heute wird jedoch empfohlen, den Ausstieg aus dem Cannabis- und Tabakkonsum gleichzeitig anzugehen und die Abstinenz von beiden Substanzen anzustreben. Eine individuelle Betreuung und professionelle Begleitung beim Cannabis-Tabak-Entzug wird angeraten und hilft am Weg in die doppelte Suchtfreiheit.

Quellen:
https://www.stop-tabak.ch/de/tabak-und-cannabis
https://www.drugcom.de/topthema/cannabis-und-tabak-eine-enge-verbindung/

Studien:
Cannabis and tobacco use: Where are the boundaries? A qualitative study on cannabis consumption modes among adolescents. Health Education Research 25(1):74-82 · July 2009
Ford DE, Vu Ht, Anthony JC, Marijuana use and cessation of tobacco smoking in adults from a community sample, Drug alcohol depend, 2002 Aug 1; 67 (3): 243-8

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