Wolfgang – Vorteile so weit man blickt

 

Wolfgang (60 Jahre)

 

Ich habe fast 40 Jahre geraucht, wobei der Zigarettenkonsum in den letzten Jahren bei 35 Stück pro Tag lag. Ich habe unzählige Male ohne fremde Hilfe versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, was nie gelang: Meist wurde ich schon am 2.Tag schwach, ich versuchte dann, den Zigarettenkonsum einzuschränken, aber auch das gelang nie wirklich, vielleicht ein paar Tage lang und dann war ich wieder auf dem alten Stand.

 

Im Frühjahr 2012 habe ich mich dann entschlossen, es wie der einmal zu versuchen von den Zigaretten loszukommen. Ich dachte mir: jetzt bin ich fast 59 Jahre und ich möchte schliesslich auf von meiner anstehenden Pension noch was haben. Und wenn ich jetzt nicht aufhöre, dann schaffe ich es gar nicht mehr. Ich hatte aber gewußt, ohne fremde Hilfe geht das nicht und so habe ich bei der GKK Oberösterreich einen 6-wöchigen Entwöhnungskurs besucht. Obwohl ich wußte, daß die Erfolgsquote bei solchen Entwöhnungsseminaren sehr gering ist, wollte ich es dennoch versuchen. Die Kosten von EUR 35 waren ja auch nicht höher als eine Stange Zigaretten und so meldete ich mich kurz entschlossen für den nächsten Kurs an.
Um es vorweg zu nehmen: Von 14 Personen waren wir zuletzt in der 6. Woche nur mehr 4 Personen im Kurs (die anderen hatten schon aufgegeben), am Ende waren wir nur noch 2, die es durchgezogen hatten  (nach weiteren 6 Monaten war ich schon der Einzige). Ich muss dennoch sagen, die Vorbereitung im Kurs auf den „Tag X“ (den jeder selbst bestimmen konnte) war wirklich optimal.

 
Die ersten 5 Tage waren dann die Schlimmsten: Am Tag 4 und Tag 5 war ich kurz vorm „Durchdrehen“, ich lenkte mich an diesen schwierigen Tagen mit einer Trainingseinheit „Nordic Walking“ über jeweils 2-3 Stunden ab. Nach rund 10 Tagen war das Schlimmste (so dachte ich zumindest) vorbei. Ich hatte aber in den nächsten Wochen und Monaten mit Entzugserscheinungen zu kämpfen, wobei ich aber damals dachte, ich hätte ein organisches Leiden. Ich besuchte dann verschiedenste Fachärzte, die mir aber alle beste Gesundheit bescheinigten. Erst ein Besuch beim Lungenfacharzt brachte Klarheit: Mir wurde erklärt, ein Entzug kann bis zu einem Jahr dauern und macht sich mit allen möglichen Symptomen bemerkbar, wobei man glaubt, es würde sich um ein körperliches Leiden handeln. Ich hatte daraufhin versucht, diese Wehwechen nicht mehr allzu ernst zu nehmen und siehe da, nach rund 10 Monaten verschwanden alle Symptome von selbst.

 

Heute, nach 18 Monaten „Rauchfrei“ muß ich sagen, das Entwöhnungsseminar hat sich wirklich gelohnt! Endlich habe ich es geschafft, vom Nikotin loszukommen. Die Vorbereitung war echt gut und ich kann ein solches Seminar nur empfehlen. Vielleicht war aber der Erfolg auch nur dadurch möglich, weil ich eben fest entschlossen war, das durchzuziehen. Dennoch: Nach ein paar Tagen kommt schon ein Ehrgeiz hinzu und man ist stolz auf sich selbst.

Körperliche Bewegung lenkt vom Rauchen ab! Entsorgen Sie zu Hause alle Raucherutensilien – ich habe sogar die Aschenbecher mit dem Hammer zerschlagen. Dann habe ich allen Leuten erzählt, ich habe mit dem Rauchen Schluß gemacht, das hat mir dann in den ersten Tagen geholfen: Somit konnte ich auch in einer schwachen Stunde nicht zu einer Zigarette greifen, ich wollte ja nicht als „Weichei“ dastehen!

 

Resumee bzw Rückblick: Es ist gar nicht schwer, sich vom Nikotin zu lösen, nur die ersten paar Tage sind die Hölle, aber danach ist es halb so schlimm. Die Leistungsfähigkeit hat sich stark verbessert, kein lästiger Husten mehr etc, nur Vorteile so weit man blickt! Die Entwöhnung mit Gruppendynamik würde ich allen empfehlen, die es nicht schaffen, alleine von der Sucht wegzukommen! Heute denke ich nicht einmal mehr daran zu rauchen, auch wenn um mich geraucht wird. Ich kann heute mit Gewissheit sagen: Endlich bin ich davon geheilt!

 

 

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